Prävention gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Gegen Ausbeutung junger Menschen

Kinder und Jugendliche sind in Indien Ziel krimineller Aktivitäten für Organhandel, Kinderhandel, Prostitution und ausbeuterische Arbeit auf geringstem Lebensniveau. Allein in Bangalore verschwinden pro Jahr ca. 7.000 junge Menschen, die nicht mehr gefunden werden.

Kinderarbeit ist in armen indischen Familien zwar üblich und notwendig. Kriminelle nutzen jedoch die Armut von Familien schamlos aus, kaufen ihre Kinder, bringen diese oft in lebenslange Abhängigkeit, verhindern jede Ausbildung und jede Chance auf bessere Lebensbedingungen. Indien verbietet zwar gesetzlich Kinderarbeit unter 14 Jahren. Großbetriebe setzen „No Child Labour“ auch weitgehend um. In Vorstufen der Produktion, bei Subunternehmern und Kleinbetrieben sind die Risiken jedoch extrem hoch und meist unkontrollierbar.

Die MF will das Potential zur Ausbeutung junger Menschen wenigstens punktuell verringern. Hierfür setzt sie folgende Projekt-Schwerpunkte:

  • MF17_07.jpg Auf den Bahnhöfen der 10 Millionen-Stadt Bangalore werden unbegleitete Kinder und Jugendliche durch Sozialarbeiter von Don Bosco vor dem Zugriff von Schleusern gerettet. Sie erhalten Unterbringung, Begleitung und schulisch/berufliche Förderung mit dem Ziel, sie möglichst dauerhaft wieder in ihre Heimatregionen und Familien zurück zu führen. Auf Grund der Don Bosco-Erfolge auf dem Hauptbahnhof, ca. 4.000 „Rettungen“ pro Jahr, hat die MF das Projekt auf sechs weitere Bahnhöfe Bangalores erweitert. Während der Projektlaufzeit wird dadurch die Rettung von weiteren mehr als 2.000 jungen Menschen vor Ausbeutungs- und extremen Lebensrisiken erwartet.

  • Seit 2009 fördert die MF in Bangalore die Betreuung von jungen Risiko-Mädchen. Diese sind Opfer aus Problemfamilien oder Waisen, waren Straßenkinder, Kinderarbeiter, Müllsammler und sind oft durch Missbrauch, Gewalt und Kinderhandel belastet. Sie werden bei den Salesianerinnen von Don Bosco beschützt untergebracht, betreut und ausgebildet, bis eine begleitete Rückführung in ihre Familie möglich wird oder sie mit 18 Jahren in einen Job vermittelt werden können. Für eine Gruppe besonders begabter Mädchen hat die MF die Schulkosten bis zum Abitur und teilweise auch weiterführende Ausbildungskosten übernommen.

  • MF17_08.jpg In Kalkutta hat die MF mehrere Jahre Kinder vor Müllberg-Arbeit bewahrt. In Abstimmung mit den Eltern wurde ihnen der Schulbesuch und einigen Jugendlichen auch eine berufliche Ausbildung an einem DB Tech-Institut ermöglicht. Mit der Schließung des Müllberges wurde das Projekt vom Träger auf andere Schwerpunkte ausgerichtet.


Projektpartner in diesem Themenbereich: BREADS Social Society der Salesianer, Bangalore . Don Bosco Mondo e.V., Bonn . Salesianerinnen von Don Bosco (FMA), Bangalore . H.E.L.G.O. e.V., Kalkutta und Hamburg.

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